250 Jahre Schlacht bei Roßbach 2007
Falls sich mancher fragt warum wir am Eröffnungsappell in Reichardtswerben nicht anwesend waren.
Zur Historie: Wie allgemein bekannt, glaubte jeder der damaligen Kriegsparteien die anderen Streitkräfte im Marsch zu überraschen bzw. dem Marsch des Gegners zu folgen. Der preußische Kavallerieangriff auf die sich noch nicht in Schlachtordnung aufgestellten Franzosen und Reichsarmee brachte den Sieg für Preußen. Kurz gesagt: Die Reichsarmee wurde im Marsch überrascht.
Wir (diesmal die Reichsarmee darstellend) hatten uns schon frühzeitig für einen Marsch auf historischen Pfaden entschlossen. Dank fleißiger Helfer wurde unser Compagniewagen rechtzeitig fertig und ein Kutscher mit zwei Pferden für unser Vorhaben gefunden. Nach Recherchen über den alten Anmarschweg der Alliierten Reichsarmee und Ausnutzung jetzt vorhandener Feldwege, erarbeiteten wir uns eine Marschroute. So machten wir uns auf den 15km langen Marsch. Etwas abweichend von der Historie besuchten wir das alte Rittergut in Roßbach, von dessen Dachboden Friedrich die Reichsarmee beobachtete, und wurden dort mit Speis und Trank aufs freundlichste begrüßt. Nach der Ankunft in Reichardtswerben nahmen wir an dem Umzug und der Gefechtsdarstellung in Reichardtswerben teil.
Schade, dass sich die zwei gemeinden Roßbach und Reichardtswerben nicht zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung durchringen konnten. So schwelt der seit Jahrzehnten anhaltende Konflikt zwischen diesen Gemeinden weiter. Die einen sind neidisch weil die Schlacht „bei Roßbach“ und nicht „bei Reichardtswerben“ heißt, die andere bedauert, dass das Denkmal für die Schlacht nach der Wende in Reichardtswerben errichtet wurde. Beide vergeben so die Möglichkeit in Eintracht gemeinsam derselben Sache zu gedenken.
Bedauerlich ist, dass die anwesenden Darsteller und Vereine im Vorfeld nicht (oder nicht genügend) auf die historischen Zeitzeugen (sprich Rittergutshaus mit Gedenktafel von Friedrich) in Roßbach aufmerksam gemacht wurden und jeder Versuch von uns dazu als Störung der Veranstaltung in Reichardtswerben angesehen wurde. Damit lässt sich der Anspruch auf Bewahrung der Historie kaum glaubhaft darlegen.











