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16. Stollenfest am 5. Dezember: Prächtige Stollenprozession in Dresden

Größter Stollen der Welt rollt erstmals über den neu gestalteten Striezelmarkt – Neue Umzugsgasse – Riesenstollenanschnitt mit Landwirtschaftsminister Kupfer und Oberbürgermeisterin Orosz

Es ist soweit. Das 16. Dresdner Stollenfest steht vor der Tür und der größte Stollen der Welt rollt durch die sächsische Landeshauptstadt. Am Sonnabend  feiern die Dresdner ihre vielleicht berühmteste Delikatesse, den Dresdner Stollen, mit einem großen Volksfest.

Wohl nirgendwo sonst auf der Welt schenkt man einem „Kuchen“ so große Aufmerksamkeit. Und nirgendwo sonst kann man in einem Fest gleich zwei Superlative sehen: den größten Stollen und eines der größten Messer der Welt. In einem farbenfrohen Festumzug, der so genannten Stollenprozession, fahren die Bäcker und Konditoren der sächsischen Metropole dabei einen rund zweieinhalb Tonnen schweren Riesenstollen durch ihre Stadt. Das gewaltige Exemplar (3,15 Meter lang, 1,75 Meter breit, 75 Zentimeter hoch), das unter anderem aus 700 Kilogramm Mehl, 1,8 Millionen Sultaninen, 382 Kilogramm Butter, 210 Kilogramm Zucker und 51 Litern Rum besteht, entspricht einer detailgetreuen Vergrößerung eines typischen Dresdner Vier-Pfund-Christstollens und wird auf einem von zwei Pferden gezogenen Fuhrwerk zehntausenden Schaulustigen in der barocken Altstadt präsentiert und anschließend auf dem ältesten deutschen Weihnachtsmarkt teilweise für einen guten Zweck verkauft. Im vergangenen Jahr kamen rund 100.000 Menschen zum Festumzug und auf den Striezelmarkt. und direkt auf den Striezelmarkt zu gelangen.

Der Verkauf der Stollenportionen erfolgt aus organisatorischen Gründen im Tausch gegen so genannte „Stollentaler“. Diese werden im Umfeld des Festumzuges und auf dem Striezelmarkt von fliegenden Händlern angeboten. Einen Teil der Einnahmen aus dem Riesenstollenverkauf werden die Bäcker und Konditoren der Restauration des Bildes "Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke" von Bernardo Bellotto - besser bekannt als der "Canalettoblick" - spenden. Ein weiterer Teil des Verkaufserlöses geht in die Förderung des Bäcker- und Konditorennachwuchses.

 

1659-2009  350 Jahre Anfall der Grafschaft Barby an das Herzogtum Sachsen-Weißenfels 

Viele Chronisten haben versucht, die Geschichte der ehrwürdigen Grafen Barby und Mühlingen so genau wie möglich zu dokumentieren. Erste Erwähnungen gehen bis auf das Jahr 776 zurück. Belegbare sichere Fakten finden wir erst um das Jahr 1060. In verschieden alten Akten wird ein Walther von Barby oder auch Walther I. von Arnstedt (aus dem Haus Arnstein) genannt. Viele Jahrhunderte überdauerte die Grafschaft alle Unwägbarkeiten.Sie bestand aus den Ämtern Barby, Rosenburg, Walternienburg und Mühlingen. Am 17.10 1659 starb August Ludwig, als letzter Graf von Barby, im Alter von 20 Jahren ohne Erben. Er wurde nach Barby gebracht und bei seinen Hochgräflichen Eltern und Vorfahren vor dem Altar zur linken begraben. Auf der Grundlage verwandtschaftlicher Beziehungen leiteten zur damaligen Zeit einige Herrscher ihre (Rechts-)Ansprüche (Anwartschaft) auf die erledigte Grafschaft Barby ab, eine damals durchaus übliche Rechtsauffassung.So sicherte sich Herzog August von Sachsen-Weißenfels gleichzeitig Administrator des Erzstiftes Magdeburg im Jahr 1652 die Anwartschaft für den sächsischen Teil durch den sächsischen Kurfürst Johann Georg I. sowie 1653 durch das Magdeburger Domkapitel für den Magdeburger Teil der Grafschaft.Trotz dieser Maßnahmen kam es im Jahr 1659 zur Teilung. Die Ämter Walternienburg und Mühlingen gingen zur Befriedigung älterer Anwartschaften an Anhalt-Zerbst. Der Rest fiel an Herzog August von Sachsen-Weißenfels. Im darauf folgenden Jahr bestellte er eine neue Regierung und im Jahr 1662 wurde ihm gehuldigt. In diesem Zusammenhang kam ein neues gräfliches Wappen auf – zwei gekrümmte Barben, welches auch im weißenfelsischen Gesamtwappen Einzug fand. Trotz der geringen territorialen Fläche hatte Barby für Herzog August einen enormen Stellenwert – so konnte er sich durch die Rechte eines Grafen von Barby eine Reichsstandschaft erschließen. Kurz vor seinem Tod übertrug Herzog August von Sachsen-Weißenfels am 14.1.1680 die Grafschaft Barby seinem Sohn Heinrich, der am 29.9.1657 (als 4. Sohn) geboren wurde. Die Huldigung für Heinrich fand am 5.2.1680 statt. In einem Dokument heißt es: „Die Huldigung ist seiner Durchlaucht in hiesiger Grafschaft anno 1680, den 5. Februar von sämtlichen Untertanen nach gehaltener Predigt inszeniert worden. Seine Durchlaucht haben danach fremde Länder besucht und freudig nach seiner glücklichen Heimkehr in brandenburgische Kriegsdienste gegangen“. Bei der Entsetzung der von den Türken belagerten Stadt Wien im Jahr 1683 hat er erfolgreich teilgenommen, ebenso an der Erstürmung der Festung Ofen am 2.10.1686. In Barby setzte eine höfische Entwicklung ein, nachdem Heinrich am 24.12.1681 seine Hofhaltung nach Barby verlegt hatte.  Bezeichnend dafür war u. a. der Bau der ansehnlichen Residenz mit Schlosses (1687) nebst Gärten und Nebenanlagen und weiterer Gebäude (herzogliche Kanzlei, Kavaliershaus, Vorwerk Monplasir). Als Dompropst in Magdeburg ließ Heinrich am Magdeburger Domplatz die Propstei neu errichten.Ein weiterer Schritt in Richtung Selbständigkeit sollte durch eigene Münzprägung praktiziert werden. Herzog Heinrich ließ ab August 1687 Münzen prägen (uns sind heute nur 2/3 Talerstücke bekannt) Dies führte mit dem Kurhaus zu großen Verstimmungen. Eine Aufforderung zur Schließung der Münze kam Heinrich nicht nach. Daraufhin ließ Kurfürst Johann Georg III. am 26.11.1687 die Münze von Soldaten zustören und die Gerätschaften beschlag nehmen und nach Dresden bringen. Zwischen Kursachsen und der Weißenfelser Nebenlinie -Barby- gab es auch danach weiter unterschiedliche Rechtsaufassungen über die Selbständigkeit der kleinen Grafschaft. Der am 13.10.1723 zwischen Herzog Heinrich und Kursachen geschlossenen Vertrag brachte die Anerkennung der Kursächsischen Oberhoheit und beendete die formale Selbständigkeit der Grafschaft. Am 16.2.1728 starb Herzog Heinrich. Ihm folgte sein 2. Sohn Georg Albert (geboren am 9.4.1694) in der Regierung. Er begab sich in königlich preußische und kurbrandenburgische Kriegsdienste und nahm an unterschiedlichen Feldzügen im Rang eines Obristen zu Pferde rühmlich teil. Er heiratete am 18.2.1721 Herzogin Auguste Louise von Württemberg-Oels. 10 Jahre später wurde die glücklose und kinderlose Ehe wieder geschieden. Mit seinem Tod am 12.6.1739 erlosch die Barbyer Linie und der weißenfelser Grafschaftsanteil fiel auf das Herzogtum Sachsen-Weißenfels zurück, das zu dieser Zeit von Johann Adolph II. regiert wurde. Auch heute noch werden die sehr freundschaftlichen Beziehungen der Städte Weißenfels und Barby gepflegt. So wurde mit Hilfe des Traditionsvereins Infanterieregiment Sachsen-Weißenfels e.V. und der Bürgerschützengilde „Herzog Heinrich“ aus Barby eine Kompanie Barby dieses ehrwürdigen Regiments aufgebaut. Zusammen wird lebendige Geschichte des Herzogtums Sachsen-Weißenfels auf zahlreichen Veranstaltungen dargestellt.

 

Wappen Barby vor 1659                               Wappen Barby nach 1659

Quellen:  - Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, Museumsverband

             „Die fünf Ungleichen“ e. V.

             - Festschrift 300 Jahre Neu-Augustusburg, Freundeskreis Schloß Neu-Augustusburg

             - Geschichte der Weißenfelser Goldschmiede, Teil 1, Jens H. Fischer

             - mit freundlicher Unterstützung von Joachim Säckl und Jörg Riemer